Ausbildung zur Präventionsfachkraft

Digitale, häusliche, partnerschaftliche, physische, psychische, rituelle, seelische Gewalt und sexueller Missbrauch, sowie schwere Vernachlässigung in familiären, freizeitbezogenen und institutionellen Kontexten werden an Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen gegen deren Willen vorgenommen.  Häufig nutzen Täter:innen ihre Macht- und Autoritätspositionen, an Minderjährigen und Erwachsenen, die aufgrund ihres geistigen, körperlichen, seelischen und sprachlichen Entwicklungsstands nicht wissentlich zustimmen können, um eigene Bedürfnisse zu befriedigen. Grundsätzlich wird davon ausgegangen, das Kinder unter 14 Jahren nicht zustimmen können. Das heißt, dass ein Missbrauch vorliegt, selbst dann, wenn es damit einverstanden wäre.

Ziel des Zertifizierungsevents


  1. Bedrohliches Situationen von alterstypischen sexuellem Ausprobieren "Doktorsiele" unterscheiden können.
  2. Risikodynamiken sexueller Übergriffe sowie schwere Gewalt frühzeitig erkennen.
  3. Gefährdungseinschätzungen gem. § 8a SGB VIII/4KKG anregen können, ein gewichtiger Kinderschutzbeitrag für ambulante, interdisziplinäre, stationäre Fachkräfte, Schulen und Jugendämter mit fokussierendem und stärkendem Blick auf Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Was ist die Grauzone, der Gefährdungsbereich und der Leistungsbereich?

Zielgruppe des Präventionstrainings


Juristische, kriminologische, medizinische, psychologische, pädagogische, pflegerische Fach- und Lehrkräfte sowie Studierende dieser Berufsfelder, insbesondere aus den beruflichen Kontexten gemäß §§ 35a . 41 SGB VIII . 63 StGB:

  • Allgemeiner sozialer Dienst / Sozialpädagogische Einzelfall- + Familienhilfe / Jugendgerichtshilfe 
  • Ambulante und stationäre Jugendhilfe / pädagogisch-klinische Therapie anstatt Strafe / Straffälligenhilfe 
  • Forensik / Kinder- und Jugendpsychiatrie
  • Interdisziplinäre Frühförderung / Kindertagestätten / Schulen / Sonderpädagogische Förderzentren

Teilnehmerorientierte Trainingsinhalte


8 Module an 9 Wochenenden in 72 Zeitstunden. Module können einzeln von Gasthörer:innen gebucht werden.

  • Begriffsdifferenzierung
  • Dynamik von sexualisierter Gewalt
  • Neuroplastizität
  • Präventive + intervenierende Auswirkungen
  • Strategien von Täter:innen
  • Profitsteuerung von Täter:innen
  • Daten . Zahlen . Fakten
  • Arbeit mit Täter:innen
  • Datierte Dokumentation mit zeitlicher Erfassung
  • Missbrauchsabbildungen
  • Sexuelle Übergriffe unter Minderjährigen
  • Vernachlässigung
  • Beteiligungsrechte
  • Fantasie + Hemmschwellen in der Sexualentwicklung
  • Frühwarnsysteme
  • Risikodynamik
  • Abgrenzung zu physisch Gewalttätige
  • Anamnese mit Risikofaktoren
  • Mediale Einflüsse auf Taten im Fantasiekonstrukt
  • Cybergrooming . Cybermobbing
  • Sexuelle Gewalt unter Minderjährigen einschätzen
  • Sexuelle Übergriffe in Gruppenkontexten
  • Tatwirksamkeit in Peer-Groups
  • Tödliche Gewalt im Vorfeld erkennen
  • Historie der Prävention
  • Methoden + Übungen
  • Materialien + Ausstellungen
  • Präventionsarbeit mit Minderjährigen
  • Präventionsbereiche von Erziehungsberechtigten
  • Präventionspyramide
  • Sexualität von Minderjährigen
  • Sexualität von Erwachsenen
  • Historie . Zahlen . Fakten
  • Institutionelle Aufarbeitung nach Aufdeckung
  • Medien- sexualpädagogische Konzepte
  • Risiko- und Schutzfaktoren in Institutionen
  • Strategien + Profitsteuerung von Täter:innen
  • Strukturelle Intervention + Prävention
  • Was tun, wenn Mitarbeitende beschuldigt werden?
  • Historie der Traumapädagogik
  • Akuttrauma + Psychotraumatologie
  • Hinweise in Zeichnungen
  • Imaginationsübungen + Sicherer Ort nach Kühn
  • Selbstbemächtigung nach Weiß
  • Stabilisierungsphasen bei PTBS
  • Traumatisierte Minderjährige und Erwachsene erkennen
  • Aufgaben- und Rollenverteilung im Team
  • Bagatellisierung . Verhinderung . Verleugnung
  • Professionalität . Fachlichkeit
  • Prozessbegleitung . PTBS
  • Systemische Betrachtung
  • Überforderung + Überwindung des Ohnmachtszwang
  • Umgangsbegleitung . Kollegiale Beratung . Coaching
  • §§ 8 SGB VIII . 4 KKG . 1666 BGB . 13 StGB
  • Dokumentation zeitlich + datiert erfasst
  • Interventionsplanung . Sondierungsphase
  • Genogramm . Gefährdungsanalyse
  • Stellungnahme zur Gefährdungseinschätzung
  • Gefährdungsmeldung beim Jugendamt
  • Hilfeplanungskonferenzen
  • Umgang mit einer missglückten Intervention

 

  

Teilnehmende erhalten mit Abschluss des Präventionstrainings und Präsentation des Praxisprojekts im 9. Modul das personengebundene Zertifikat zur Fachkraft für Prävention und Intervention mit dem Schwerpunkt sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche

 

Diese diffusen Ängste müssen wir überwinden. Wenn wir

das nicht hinkriegen, dann paralysiert uns eine Zukunft, 

die noch nicht stattgefunden hat.

Frank Schätzung *1957